Von Bangkok bis Chanthaburi: Thailands Edelsteine unter der Lupe
Jedes zweite Jahr reise ich nach Thailand, um mich dort fortzubilden. Diese Reisen sind für mich von großer Bedeutung, da sie essenziell sind, um als Gemmologe stets am Puls der Zeit zu bleiben.
In Thailand werden nicht nur zahlreiche Edelsteine wie Saphir, Rubin und Spinell entdeckt und gefördert. Zudem spielt das Land auch eine wichtige Rolle, was Behandlungen und Schleifen von Edelsteinen, wie zum Beispiel Korunden, angeht. Weiters gilt Bangkok als Internationale Börse für Farbsteine aus der ganzen Welt. Auch deswegen findet man in Bangkok Repräsentanzen der wichtigsten Edelsteinlabore weltweit. Auf einer Fläche von etwa 1 km2 konzentrieren sich die bekanntesten Labore der Welt, wie unter anderem GRS, AIGS, Gübelin, Lotus, Bellerophon, ICA, oder GIA. Das ist weltweit einzigartig, so viel gebündeltes Wissen der Gemmologie gibt es nur dort. Die Fachgespräche mit meinen Kollegen in Thailand schätze ich sehr, Sie sind Quelle von neuem Wissen über Trends und Preisentwicklung von Farbsteinen und deren Behandlungen.
Auf dem Markt in Chanthaburi
Von Bangkok ging es in das ca. 250 Kilometer entfernte Chanthaburi. Die Provinzhauptstadt ist Zentrum des bekannten Edelsteinmarktes und Schauplatz der diversen Behandlungen die dort gemacht werden, wie zum Beispiel das Erhitzen von Korunden.
Der berühmte Edelsteinmarkt in Chanthaburi findet jeden Freitag und Samstag statt. Wer dort Edelsteine kaufen möchte, muss ein etwas anderes Vorgehen beachten, als auf anderen Märkten. Als Kunde ist es notwendig, einen Tisch zu „mieten“, wobei nach dem Kauf eines Steins eine Gebühr von etwa 10 % an den Pächter des Tisches zu entrichten ist.
Die Broker legen die Ware zu weit überzogenen Preisen vor und dann beginnt das Feilschen um die Ware.
Einigt man sich bei einem Preis, wird der Stein versiegelt und der Broker macht das Angebot dem Eigentümer bekannt. Ist der Verkäufer einverstanden, geht der Deal über den Tisch, wenn nicht wird weiterverhandelt.
Ich habe vom Markt unter anderem diverse behandelte und synthetische Steine mitgebracht. Dieses Material verwende ich für Schulungszwecke. z.B. in der Schätzmeister:innen Ausbildung.
Mein persönliches Highlight
Ein besonderer Moment war ein Treffen mit Adolf Peretti, dem Chef des GemResearch Swisslab (GRS), mit Filialen in Hongkong, Colombo, Meggen und New York.
Der bekannte Gemmologe schenkte mir drei Stunden seiner kostbaren Zeit und führte mich persönlich durch das Labor. Gespannt lauschte ich dabei seinem einzigartigen Fachwissen. Toll war, dass der gefragte Experte sich so viel Zeit für mich genommen hat. Ich konnte aus unserem Gespräch viel mitnehmen.
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